Als ich den letzten Satz meines Romans geschrieben habe, war die Geschichte für mich eigentlich zu Ende. Zumindest dachte ich das. Die Figuren hatten ihren Weg gefunden. Offene Fragen waren beantwortet. Das Buch hatte seinen Abschluss. Ich war zufrieden. Und trotzdem passierte etwas, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte.
Ein paar Tage später stellte ich mir plötzlich eine ganz einfache Frage. Wie geht es eigentlich weiter? Nicht mit einer neuen Geschichte. Sondern mit ihrem Leben. Was machen sie am nächsten Morgen? Wie verändert sich ihr Alltag? Welche Träume erfüllen sie sich jetzt, nachdem das große Finale längst vorbei ist?
Je länger ich darüber nachdachte, desto klarer wurde mir: Vielleicht war das Ende gar kein Ende. Vielleicht war es einfach nur der Beginn eines neuen Kapitels. Nicht nur für meine Figuren. Auch für mich als Autor.
Denn plötzlich entstanden wieder Szenen. Gespräche. Ideen. Nicht, weil ich unbedingt eine Fortsetzung schreiben wollte. Sondern weil sich die Geschichte geweigert hat, wirklich zu enden. Ich glaube, das ist das Schönste am Schreiben. Man plant vieles.
Aber manchmal entscheiden die Figuren selbst, dass sie noch etwas zu erzählen haben. Und dann bleibt einem eigentlich nur eine Möglichkeit.
Den Laptop aufklappen.
Einen Kaffee machen.
Und ihnen wieder zuhören.
Bleib Echt. Bleib Du! 🧡
Man liest sich.
Jürgen



