Es gibt Morgen, die wollen nichts von einem.
Kein Lärm. Kein Muss. Kein Gedanke, der sofort nach vorn drängt. Vielleicht nur ein wenig Licht am Fenster, eine Tasse Kaffee in der Hand und dieser kurze Moment, in dem noch nichts entschieden werden muss.
Ich glaube, genau solche Morgen sind selten geworden. Nicht, weil sie verschwunden wären. Sondern weil wir oft schon halb im Tag sind, bevor wir überhaupt richtig bei uns angekommen sind.
Dabei liegt in diesen stillen Minuten oft mehr, als man zuerst denkt.
Ein ruhiger Morgen löst nicht alle Fragen. Er macht nichts spektakulär besser. Aber er kann etwas anderes: Er nimmt Druck raus. Er erinnert daran, dass nicht jeder Tag mit Tempo beginnen muss, um gut zu werden.
Vielleicht ist das überhaupt etwas, das man mit der Zeit neu lernt. Dass nicht nur große Erlebnisse zählen. Sondern auch diese kleinen, unscheinbaren Anfänge, in denen man einfach kurz da ist. Ohne Plan. Ohne Rolle. Ohne schon liefern zu müssen.
Ich mag diese Art von Morgen inzwischen sehr.
Nicht, weil sie immer besonders wären. Sondern weil sie ehrlich sind. Sie tun nicht so, als müsste heute schon alles klar sein. Sie lassen einen einfach erst einmal ankommen.
Und manchmal ist genau das schon genug.
Bleib Echt. Bleib Du! 🧡
Man liest sich.
Jürgen


