Gestern blieb ich wieder an einem kleinen Brunnen stehen.
Er liegt etwas versteckt. In der Nähe des ehemaligen Klosters und des Friedhofs. Kein Ort, an dem man sich lange aufhält. Direkt neben einem großen Parkplatz. Und doch einer, an dem ich immer wieder kurz stehen bleibe. Ich hielt die Hand unter das Wasser. Es war kühl. Erfrischend. Fast so, als würde dieser Brunnen seit Jahrzehnten einfach nur das tun, was er schon immer getan hat.

Früher war er ein Trinkbrunnen. Zumindest erinnere ich mich daran. Heute gibt es keinen Hinweis mehr darauf. Kein Schild. Keine Information. Nur das Wasser. Links und rechts standen früher zwei Bänke. Auch sie sind längst verschwunden. Vielleicht saßen dort Menschen nach einem Spaziergang. Vielleicht wurde dort gewartet, geredet oder einfach geschwiegen. Heute bleibt kaum noch jemand stehen außer für Schatten, für Wasser. Und trotzdem ist der Brunnen noch da.
Manchmal frage ich mich, ob Orte überhaupt merken, wie sehr sich ihre Umgebung verändert. Die Menschen kommen und gehen. Bänke werden abgebaut. Schilder verschwinden. Neue Wege entstehen. Aber manches bleibt einfach. Still. Unaufgeregt.
Vielleicht gefällt mir genau deshalb dieser Brunnen so gut. Er versucht nicht, etwas Besonderes zu sein. Er ist einfach da. Mit frischem Wasser. Tag für Tag. Und manchmal reicht genau das, um für einen kurzen Moment innezuhalten.
Vielleicht kennst auch du in Rosenheim einen solchen Ort. Keinen berühmten. Keinen spektakulären. Sondern einen, der einfach geblieben ist.
Bleib Echt. Bleib Du!
Wir lesen uns,
Jürgen
Übrigens findest Du auch Bilder auf Instagram unter dem Hashtag #MeinBlickaufRosenheim – schau mal nach 🙂



