Eigentlich wollte ich auf Instagram längst wieder etwas posten. Ein neues Bild. Eine neue Geschichte. Irgendetwas.
Doch dann wurden die Tage wärmer. Die Arbeit mehr. Die Ideen größer. Und mein Bart … nun ja … ebenfalls.
Irgendwann fiel mir auf, dass ich seit fast einer Woche nichts mehr im Feed veröffentlicht hatte. Früher hätte mich das wahrscheinlich nervös gemacht.
Der Algorithmus. Die Reichweite. Die berühmte Regelmäßigkeit. Heute sehe ich das anders. Denn in diesen sechs Tagen ist etwas passiert.
Nicht auf Instagram. Sondern in meinem Leben. Ich habe geschrieben. An meiner Website. An maennerformat. An meinem Roman.
Ich habe Gedanken sortiert, Texte verworfen, neue Ideen entwickelt und mich gefragt, welche Geschichten ich eigentlich erzählen möchte.
Und plötzlich wurde mir klar: Vielleicht entstehen die wichtigsten Geschichten genau dann, wenn niemand zusieht.
Es gibt diese Vorstellung, dass Content immer sichtbar sein muss. Dass ständig etwas passieren muss. Ich glaube inzwischen das Gegenteil.
Manchmal braucht Kreativität genau das, was auf Instagram wie eine Pause aussieht. Ruhe. Abstand. Leben.
Als ich heute Morgen in den Spiegel schaute, musste ich lachen. Der Bart war deutlich länger geworden. Die Haare ebenfalls.
Ich sah ein bisschen aus wie der Yeti von Rosenheim. Und genau deshalb musste dieses Bild entstehen. Nicht, weil ich perfekt aussah. Sondern weil es ehrlich war.
Ich möchte keinen perfekten Feed. Ich möchte einen Feed, der mein Leben erzählt. Mit Kaffee. Mit Zugfahrten. Mit Sommer. Mit Arbeit. Mit Bart. Mit guten Tagen.
Und auch mit Tagen, an denen einfach nur gearbeitet wird. Denn genau daraus besteht mein Leben.
Und ehrlich gesagt: Ich finde das inzwischen viel spannender als jedes perfekt inszenierte Foto.
Vielleicht ist genau das mein Weg. Nicht lauter zu werden, indem ich schreie. Sondern indem ich immer mehr ich selbst werde.
Mit 51. Mit Falten. Mit Bart. Mit Geschichten.
Und mit der festen Überzeugung, dass das Beste vielleicht tatsächlich erst jetzt beginnt.
Bleib Echt. Bleib Du!
Wir lesen uns,
Jürgen
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