Nach ein paar kühleren Tagen fühlt sich ein warmer Sonntag manchmal fast an wie eine kleine Rückkehr.
Nicht nach etwas Großem. Nicht nach einem Neubeginn mit Ansage. Eher nach diesem stillen Moment, in dem man merkt: Da ist sie wieder, diese andere Luft. Dieses Licht. Dieses Gefühl, dass der Tag ein wenig offener vor einem liegt.
Ich mag solche Wechsel inzwischen fast mehr als die ganz selbstverständlichen schönen Tage.
Vielleicht, weil man Wärme anders spürt, wenn sie nicht einfach durchgehend da war. Vielleicht, weil ein freundlicher Sonntag nach Regen und Grau nicht nur das Wetter verändert, sondern auch etwas im Kopf.
Man wird wieder ruhiger. Leichter vielleicht. Ein bisschen weicher.
Es ist erstaunlich, wie viel ein heller Tag manchmal zurückgeben kann. Nicht, weil plötzlich alles anders wäre. Sondern weil man für ein paar Stunden nicht gegen Grau anfühlen muss, wie Sommer eigentlich sein sollte.
Vielleicht ist das überhaupt eines der schönen Dinge an dieser Jahreszeit: dass sie sich nicht immer gleichmäßig entfaltet. Dass sie sich manchmal erst wieder zeigen muss. Leise, warm und ohne großes Versprechen. Und vielleicht reicht genau das schon.
Ein offenes Fenster. Ein ruhiger Morgen. Ein heller Sonntag. Und das Gefühl, dass der Sommer vielleicht doch noch da ist.
Bleib Echt. Bleib Du!
Wir lesen uns,
Jürgen


