Es gibt Sätze, die schreibt man einfach.
Und dann gibt es den ersten. Der kann einen manchmal ganz schön beschäftigen. Denn mit ihm beginnt alles.
Eine neue Geschichte. Ein neuer Gedanke. Ein neues Kapitel.
Ich ertappe mich oft dabei, dass ich den Cursor einfach eine Weile blinken lasse. Nicht, weil ich keine Idee habe.
Sondern weil ich spüre, dass dieser erste Satz die Richtung vorgibt. Er entscheidet nicht über das ganze Buch.
Aber er öffnet die Tür. Manchmal kommt er sofort. Manchmal erst nach einem Kaffee. Oder einem Spaziergang.
Und manchmal schreibe ich drei verschiedene Anfänge, nur um am Ende wieder beim ersten zu landen.
Das Verrückte ist: Sobald dieser erste Satz steht, verändert sich etwas. Die leere Seite wirkt plötzlich gar nicht mehr so leer. Aus einem Satz werden zwei. Dann ein Absatz. Dann eine Szene. Und irgendwann ist man wieder mittendrin.
Ich glaube, der erste Satz ist gar nicht deshalb so wichtig, weil er perfekt sein muss.
Sondern weil er den Mut hat, der Anfang zu sein.
Alles andere darf danach wachsen.
Bleib Echt. Bleib Du! 🧡
Man liest sich.
Jürgen



