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Wenn ein einziges Wort plötzlich zum Kompliment wird

Dienstag, 6. Oktober 2026 | Über mich

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Das Oktober-Titel-Cover vom Morgenblick

Vor ein paar Tagen habe ich mit einem alten Bekannten geschrieben.

Wir hatten uns eine ganze Weile nicht gesprochen und irgendwann erzählte er mir von einem Gespräch mit einem Kollegen. Die beiden hatten Urlaubsbilder angeschaut. Meer, Sonne, Urlaub – und vor allem diese wunderbare Stimmung am frühen Morgen.

Sonnenaufgang. Das Meer noch ruhig. Der Tag liegt vor einem.

Und während sie sich eines dieser Bilder ansahen, sagte sein Kollege wohl: „Siehst Du diesen Morgenblick!“

Und mein Bekannter? Musste sofort an mich denken.

Als er mir das erzählte, musste ich erst einmal lächeln.

Ist das nicht ein wunderschönes Kompliment?

Nicht, weil jemand einen meiner Texte gelobt hat. Nicht, weil jemand geschrieben hat, wie toll der Morgenblick heute wieder war.

Sondern weil da einfach dieses eine Wort gefallen ist.

Morgenblick.

Und irgendwo im Kopf eines Menschen war dieses Wort offenbar so sehr mit mir verbunden, dass er sofort an mich denken musste.

Das hat mich tatsächlich berührt.

Vielleicht auch deshalb, weil der Morgenblick für mich selbst längst viel mehr ist als irgendein täglicher Beitrag auf maennerformat.

Seit über 13 Jahren schreibe ich ihn.

Wenn ich das so hinschreibe, muss ich selbst manchmal schlucken.

Über 13 Jahre.

Natürlich nicht jeden Morgen mit derselben Begeisterung. Es gab Tage, da hatte ich schon beim Aufwachen einen Gedanken im Kopf und wollte ihn unbedingt aufschreiben.

Und es gab die anderen.

Die Tage, an denen mir nichts eingefallen ist.

An denen ich keine Lust hatte.

An denen der Kopf mit ganz anderen Dingen beschäftigt war.

Und dann gab es Zeiten, in denen das Schreiben plötzlich noch einmal eine ganz andere Bedeutung bekommen hat.

Nach meinem Herzinfarkt beispielsweise.

Damals konnte ich nicht so, wie ich wollte. Mein Leben hatte mir ziemlich deutlich gezeigt, dass es gerade andere Pläne mit mir hatte.

Und trotzdem war da der Morgenblick.

Schreiben.

Ein paar Gedanken sortieren.

Etwas Normalität.

Vielleicht war das damals sogar ein kleines bisschen therapeutisch für mich. Nicht im medizinischen Sinn. Sondern weil es etwas gab, das zu meinem Leben gehörte und das ich weiterhin machen konnte.

Ein Stück Alltag.

Ein Stück Jürgen.

Vielleicht ist der Morgenblick genau deshalb über die Jahre so eng mit mir verwachsen.

Er hat sich verändert.

Ich habe mich verändert.

maennerformat hat sich verändert.

Aber morgens sitze ich noch immer da und schreibe.

Mal nachdenklich.

Mal mit einem Augenzwinkern.

Mal über etwas, das mich ärgert.

Und manchmal einfach über diesen neuen Tag, der gerade anfängt.

Deshalb hat mich dieses kleine Erlebnis mit meinem Bekannten wahrscheinlich so gefreut.

Man kann Reichweite messen. Klicks zählen. Statistiken anschauen und überlegen, wie viele Menschen einen Beitrag gelesen haben.

Aber dass irgendwo zwei Menschen Urlaubsbilder anschauen, einer das Wort „Morgenblick“ sagt und ein anderer dabei an mich denkt?

Dafür gibt es keine Statistik.

Und vielleicht ist genau das viel mehr wert.

Jürgen ist Morgenblick.

Oder der Morgenblick ist Jürgen.

Eigentlich völlig egal, wie herum.

Ich weiß nur: Es ist eines der schönsten Komplimente, die man mir über meine Arbeit machen konnte. 🧡

Bleib Echt. Bleib Du! 🧡
Man liest sich.
Jürgen

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